Presseschau

Gesundheit

Kleine Pillen, große Kosten

Die Pharmaindustrie soll reglementiert werden
von Axel Weipert am 20. Februar 2010

Der Markt für Arzneimittel in Deutschland ist groß und lukrativ. Allerdings auch wenig transparent: Es bleibt weitgehend ein Geheimnis der Konzerne, wieviel die Entwicklung ihrer Produkte tatsächlich kostet. Oft werden auch kaum veränderte Mittel als Neuheiten gepriesen und erhalten dementsprechend Patentschutz.

Im Gespräch ist nun eine Preisobergrenze für Arzneien. Denn es ist kaum vermittelbar, warum hierzulande dieselben Medikamente etwa doppelt soviel kosten sollen wie beispielsweise in Italien oder den USA.

Freiwillige Selbstkontrolle

Die Einflusspolitik der Pharmabranche steht in der öffentlichen Kritik
von Joséphine Glenz am 13. Februar 2010
»Nimm zwei«Foto von silverlinedwinnebago

Der Chef des von der rot-grünen Bundesregierung eingeführten Instituts zur Überprüfung des Nutzens von Medikamenten IQWiG, Peter Sawicki, wurde, so die einhellige Meinung in vielen deutschen Medien, aufgrund seiner gewissenhaften und kritischen Haltung auf Betreiben der Pharmabranche abgesägt. Der Stern sieht darin »ein Lehrstück« der »Klientelpolitik« der Bundesregierung, die von den Interessen der Medikamentenhersteller beinflusst sei. Diese nähmen Milliarden durch den Verkauf von Medikamenten mit fragwürdigem Nutzen ein, wie ARD Monitor bereits Anfang Januar berichtete. Die Frankfurter Rundschau verdeutlicht das Einsparpotenzial durch bessere Überprüfung von nutzlosen Medikamenten. Wichtiger jedoch sei eine bessere Koordinierung der Preispolitik, die bisher durch die Hersteller diktiert werde. Die Schweiz habe gezeigt, dass bei einzelnen Medikamenten die Preise halbiert werden könnten.  Die Frankfurter Rundschau interviewte Sawicki zu den fragwürdigen Methoden der Industrie. Weiterlesen …

Kultur- und Wirtschaftsdroge Khat

Über den Anbau und Konsum in Kenia
von Caspar Bildner am 26. November 2009
Khatmarkt in ÄthopienFoto von A. Davey

Die pflanzliche Droge Kath ist vor allem in afrikanischen und arabischen Ländern verbreitet. Peter Schreiber berichtet für den ARD Weltspiegel über den wirtschaftlichen Boom im Hauptanbaugebiet Kenia, aus dem vor allem somalische Flüchtlinge ihr Auskommen suchen. Von dort wird die Droge in Nachbarländer und nach Europa exportiert.

Ungesunde Privatisierung

Pflegenotstand in privatisierten Krankenhäusern
von Joséphine Glenz am 19. November 2009

Die ZDF-Sendung Mona Lisa berichtet über fragwürdige Zustände bei der Universitätsklinik Gießen-Marburg nach der Privatisierung. Die Rhön AG spare demnach am Personal, so daß dieses seinen Aufgaben nicht aureichend gerecht werden könne. Der Blog bleib-passiv schreibt über einen Bürgerentscheid in Bayern, durch den der Verkauf kommunaler Kliniken an den Konzern abgewendet werden soll.

Die Bevölkerung als Pharmatester

Über die Zweiklassenimpfpolitik der Bundesregierung
von Tobias Pester am 19. Oktober 2009

Um die Bevölkerung vor der drohenden Schweinegrippepandemie zu schützen, setzt die Bundesregierung auf einen neuartigen Impfstoff mit Wirkverstärker. Die Risiken dieser neuen Vakzine mit Wirkverstärker sind besonders für Risikogruppen – Kinder, Schwangere, Alte, Schwerkranke – höher als bei einer Impfung mit konservativen Impfstoffen, wie sie in den USA angewandt werden. In Deutschland wird den Mitgliedern der Bundesregierung – einschließlich jenes Instituts, das die neue, riskantere Vakzine für die Bevölkerung ausgewählt hat – ein konservativer, weniger risikobehafteter Impfstoff verabreicht.

Portrait einer Krake

Wie die Pharma-Industrie ihre Netzwerke spannt
von Joséphine Glenz am 18. Oktober 2009

Für die Dokumentation »Das Pharma-Kartell« aus dem Dezember 2008 bekamen die Frontal21-Redakteuren Astrid Randerath und Christian Esser den Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis. Die Pharma-Industrie habe ein »Netz der Korruption gespannt« durch Bestechung von Klink-Ärzten, Unterwanderung von Selbsthilfegruppen und Verschweigung von Nebenwirkungen. Ein Ermittler bezeichnet dies als »mafiöse Methoden«, aber die Industrie könne in Deutschland machen was sie will. Frontal21 deckte auf, daß Verlagsvertreter von Bauer (»Revue«), Condé Nast (»Vogue«) und Wort und Bild (»Apotheken Umschau«) dabei helfen, verbotene Anzeigen für verschreibungspflichtige Medikamente zu schalten und die Grenze zwischen Anzeigen und redaktionellem Teil einzureißen.

Merkwürdige Wege zur Heilung

Über die Schwierigkeiten Halluzinogene zu erforschen
von Joséphine Glenz am 10. Oktober 2009

Die Grenze zwischen Medikamenten und Drogen ist mehr eine Frage des Gebrauchs als der Substanzen. Halluzinogene Drogen werden durch Betäubungsmittelgesetze häufig verboten. Christian Weber berichtet in der Süddeutschen Zeitung über Wissenschaftler, die in neuen Studien über den positiven Nutzen von bewußtseinserweiternden Substanzen und deren Heilungserfolge forschen.

Aus dem Hut gezaubert

An der Gesundheitsreform zeigt sich der Kleinmut der großen Koalition
von Caspar Bildner am 22. September 2009
Foto von Kaptain Kobold

Die Reportage des Spiegel »Eins plus eins = null« aus dem Jahr 2006 zeichnet nach, wie die Gesundheitsreform der großen Koalition in den Koalitionsverhandlungen aus dem Hut gezaubert wird und woran sie scheitert. Darin wird aber insbesondere das Wesen und die Substanz der großen Koalition und des politischen Geschäfts an der Spree deutlich.

Die Meister der Gifte

Eine Dokumentation über die Machenschaften des Konzerns Monsanto
von Caspar Bildner am 26. April 2009

Anlässlich des Verbotes der Genmaissorte Mon810 des Konzerns Monsanto in Deutschland durch die Bundesregierung interviewt die Süddeutsche Zeitung die Filmemacherin Marie-Monique Robin. Sie thematisiert in ihrem Film »Monsanto - mit Gift uns Genen« auf dem Sender arte die Lobbyarbeit des Konzerns mit Einflußnahme auf Politik und Wissenschaft und den verantwortungslosen Umgang mit Nebenwirkung der Pflanzenschutzgifte auf die Verbraucher.