Presseschau

Digital & Netz

Einblick in die Netzkultur

Interviews mit Machern bekannter Blogs
von Martin Atzler am 17. Februar 2010

Ein interessantes und recht junges Webmedium für Filmbeiträge ist dctp.tv. Ein besonderes Highlight dieser Seite ist die Interviewreihe Meinungsmacher, in welcher recht bekannte Gesichter der Netzkultur zu ihren  Erfahrungen mit den neuen Medien in der alltäglichen Arbeit befragt wurden. Dazu zählt ein breites Spektrum von Johnny Häusler von spreeblick.com zu Markus Beckedahl von netzpolitik.org sowie Anne Roth von annalist.noblogs.org.

Auf der Wolke 2

Ein Essay über Cloud Computing und die Zukunft der digitalen Kultur
von Caspar Bildner am 8. Februar 2010
Schwere Bewölkung am digitalen HimmelFoto von Digital:Slurp, Flickr

Charles Leadbeater überblickt in einem aus dem Englischen übersetzten Essay in der Süddeutschen Zeitung die nächste digitale Revolution: Das Cloud Computing soll Programme und Daten auf Server lagern, die dann von beliebigen Geräten abgerufen werden können. Leadbeater benutzt dabei eine sehr weite Definition, die soziale Netzwerke und Dienstleistungen wie Flickr und Twitter mit einbezieht. Er betont darin die Auseinandersetzungen und Machtkämpfe über die Nutzung der Informationsfreiheit in den westlichen Gesellschaften:

In der Tat ruft diese neue Kraft, auf Kommunikation beruhend und garantiert durch Formen kollektiver Kooperation in bürgerlichen Gesellschaften, bereits jetzt heftige Kämpfe hervor. Regierungen und Unternehmen versuchen den Bürgern die Kontrolle über die Cloud zu entziehen. Weiterlesen …

Krise und Perspektiven

Über die Krise der traditionellen Medien und die Suche nach neuen Geschäftsmodellen
von Joséphine Glenz am 25. Januar 2010
Foto von Florian Pusch, Flickr

Der Deutschlandfunk berichtet über die Zeitungskrise in den USA und Deutschland und die Folgen für die Qualität der Medien. Medienwissenschaftler kritisieren den Kostendruck der Verleger, welche die Rendite  auf dem Rücken der Journalisten in die Höhe treiben. Zudem widerspreche das Internet dem gewohnten Geschäftsmodell, in dem Information im Paket verkauft werde, sodass mehr und mehr Verlage zu kostenpflichtigen Angeboten im Netz übergehen, obwohl die alten Modelle nicht einseitig übertragbar seien. Stiftungsmodelle oder das direkte Bezahlen für eine Reportage wie bei dem amerikanischen Portal spot.us können sich die Verleger bis jetzt jedoch nicht vorstellen.

Auf den Spuren einer Bewegung

Eine Radiosendung über die Datenschutz-Bewegung
von Joséphine Glenz am 23. Dezember 2009

Auf netzpolitik.org findet sich eine leicht satirische Sendung des Zündfunk, welche einen Rundblick auf die Landschaft der Bewegung um digitale Rechte und Datenschutz bietet.

Kriminalisierter Fortschritt

Eigentum vs. Freiheit im Internet
von Axel Weipert am 10. Dezember 2009
Foto von Max Braun, Flickr

Der Chaos Computer Club plädiert für einen betont liberalen Umgang mit Inhalten im Netz. Dabei gehe es nicht nur um die demokratische Dezentralisierung von Verteilungsmechanismen, sondern auch darum, ob die großen Medienkonzerne heute überhaupt noch notwendig sind. Zur Zeit beherrscht deren Sichtweise allerdings - auch dank der von ihnen geprägten Begrifflichkeiten - den öffentlichen Diskurs in erheblichem Maße.

Die gesellschaftliche Debatte wird sich (…) in Zukunft an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren, nicht an den Gewinninteressen einer überkommenen Industrie, die mittlerweile die kulturelle Entwicklung mehr bremst als fördert.

Seid umschlungen, Millionen!

Über die unverbindliche Banalität des Netzes
von Axel Weipert am 15. November 2009

Gerald Wagner fragt sich, was die Faszination von Facebook ausmacht. Es ist wohl so etwas wie die Unbeschwertheit einer Sphäre, die vieles suggeriert, aber zu nichts verpflichtet. Dabei funktioniert das Ganze erstaunlich simpel:

Wäre das Leben wie die Tour de France, Facebook wäre der Besenwagen meiner Biographie. Alle die Abgehängten, Vergessenen und Aus-den-Augen-Verlorenen tauchen wieder auf.

Wer darf über Wissen entscheiden

Die Diskussion über Qualitätskriterien von Wikipedia
von Joséphine Glenz am 12. November 2009

Jens Berger kritisiert im Freitag die Kriterien, nach denen Artikel in der Wikipedia als relevant oder löschbar kategorisiert werden. Diese richte sich nach der scheibaren Autorität gedruckter Werke und stellt damit das Projekt selbst in Frage. Berger berichtet von einer Podiumsdiskussion der Wikipedia zum Thema, und wundert sich über die gewaltige Macht von 300 Administratoren. Die Frage nach Kriterien und einen Einblick in die Wikipedia-Kultur gab auch ein Beitrag aus der Le Monde Diplomatique aus dem Mai.

Medienwandel in Zahlen

Eine Studie über die Veränderung der Mediennutzung
von Ilari Henry am 5. November 2009

Der Blogger Holger Schmidt bespricht auf seinem Blog Netzökonom in der FAZ  eine Studie zum Mediengebrauch. Danach nehme die Nutzung des Internets verglichen mit anderen Medien beschleunigt zu. Die Fachzeitschrift Werben und Verkaufen stellt eine Studie vor, nach der sich das Netz in den kommenden 15 Jahren zum primären Unterhaltungsmedium entwickle.

Konzentration und Alternativen

Die Digitalisierung des Buchs
von Caspar Bildner am 5. November 2009

Daniel Leisegang beschäftigt sich in einem Essay mit der Zukunft des Buches. Durch Digitalisierung verändern sich die Verhältnisse fundamental. Google drohe durch sein Digitalisierungsprogramm zum Monopolisten zu werden. Leisegang begrüßt daher das drohende Scheitern des amerkanischen Entschädigungsabkommens. Er analysiert die Alternative »Open Access«, die sich allerdings noch in den Kinderschuhen befinde, aber der Konzentration der Verlage für Fachzeitschriften entgegenwirken könne.

Datenlecks überall

Die Sicherheit der Nutzer von sozialen Netzwerken vor Belästigung steht immer wieder in Frage
von Caspar Bildner am 23. Oktober 2009

Vor einer Woche brachte Netzpolitik.org einen neuen »Datenskandal« ins Rollen. Ein Berliner hatte von dem sozialen Netzwerk Schüler-VZ per »Cross-Site-Scripting« das Verzeichnis ausgelesen. Er wurde daraufhin verhaftet - obwohl es sich um öffenlich einsehbare Daten handelt. Der Anbieter gibt sich bedeckt. Der taz wirft einen Blick auf den Skandal und das Phänomen von Mobbing und Stalking in sozialen Netzwerken.