Presseschau

Ressourcen & Energie

Quo vadis, homo? Gaia oder Brandrodung?

Wie weit der Mensch bei der Ausbeutung der Erde gehen soll, wird seit Jahrhunderten diskutiert
von Tobias Pester am 11. März 2010
Foto von Erman Akdogan

Die Zerstörung der Umwelt durch Menschenhand wird nicht erst thematisiert, seitdem der Mensch Müll produziert, der tausend Jahre und länger braucht, um in den Kreislauf der Natur zurück zu finden oder die chemische Industrie Mittel produziert, die für jeden Menschen, jedes Tier und jede Pflanze tödlich wären. In der Zeit schlägt Ulrich Grober auf hinreißende Weise einen Bogen von der kontroversen Behandlung des Themas durch den im 15. Jahrhundert lebenden Humanisten Paulus Niavis zum neuesten pop-kulturellen Werk, das sich damit auseinander setzt — »Avatar«. Dabei beschreibt er mit Liebe zu Niavis' lateinischem Originaltext, wie schon zu Zeiten des Raubbaus im sächsischen Erzgebirge die Frage aufkam, ob der Mensch das Recht hat, die Ressourcen der Natur bis zur Erschöpfung auszubeuten. Auch die - wie sich herausstellt - ganz und gar nicht neue Verwendung von Begriffen wie Nachhaltigkeit und Naturschutz macht er nachvollziehbar. So ist schon in dem Text von 1492 von lat. sustentare die Rede, was heute als engl. sustainability (Nachhaltigkeit) die Selbstdarstellung jedes Konzerns schmückt.

Zeit der Weichenstellungen

Der verbissene Streit um die Zukunft der Energieversorgung
von Martin Atzler am 6. März 2010
Kohlekraftwerk EnsdorfFoto von Wolfgang Staudt

In Deutschland tobt eine rege Debatte um die Zukunft der Energieversorgung — um Kohle, Atomenergie sowie nachhaltige Energieträger. Dabei spielen offenbar die Koalitionsoptionen in Nordrhein-Westfalen eine Rolle: Die Energiepolitik wird zum Weichensteller deutscher Innenpolitik. Frontal21 thematisierte die Doppelzüngigkeit der Energiepolitik der CDU in dem Bundesland. Offiziell werden nachhaltige Energieträger bevorzugt, in der Realität wurde in Rüttgers Regierungszeit aber der CO²-Ausstoß erhöht und einzelne Gesetze für Kohlekraftwerksprojekte geändert. Deutschlandfunk Hintergrund dagegen schaut auf geplante Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke und die Reaktionen der Atomkraftgegner. Weiterlesen …

Naturschutz statt Öl?

Gefeilsche um den Yasuní-Nationalpark
von Axel Weipert am 14. Februar 2010
Yasuní-NationalparkFoto von joshbousel

Es ist in der Tat eine interessante Idee: Ecuador würde auf die Ölförderung in einem seiner wichtigsten Naturschutzgebiete verzichten, wenn ihm dafür von den reichen Ländern des Westens ein Teil der zu erwartenden Einnahmen ausgezahlt würde. Doch noch ist unklar, wer dann über diese Gelder verfügen darf. Und in der betroffenen Region hat die Bevölkerung die Befürchtung, mal wieder mit Brosamen abgespeist zu werden.

Haltbare Probleme

Die Rolle des Plastik in unserer Lebenswelt
von Caspar Bildner am 23. Januar 2010
Foto von waywuweim, Flickr

Wir leben im Zeitalter des fossilen Rohstoffs Erdöl und somit auch im Plastik-Zeitalter. Das Kulturmagazin des ZDF Aspekte stellt einen neuen Dokumentarfilm des Regisseurs Werner Boote vor, der sich mit den Folgen auf unsere Lebenswelt beschäftigt. »Planet Plastic« berichtet von den Gesundheitsrisiken des Materials – die Hersteller schweigen sich über die verwendeten Inhaltsstoffe aus – und die Umweltfolgen wie die Verschmutzung der Meere.

Unbekannte Grenzen

Zur »Peak-Oil« Theorie
von Caspar Bildner am 22. Januar 2010
Foto von Rich Anderson Flickr

»Peak Oil« ist eine zunehmend bekannte und etablierte Theorie, die besagt, dass sich aufgrund einigermaßen präzise berechenbarer Faktoren das Fördermaximum für Erdöl voraussagen läßt. Einige Anhänger meinen, dass dieser Zeitpunkt nun erreicht ist, mit gravierenden Folgen für die Wirtschaft und der Folge von Verteilungskämpfen. Der genaue Zeitpunkt, die erreichbare Fördermenge und die wirklich vorhandenen Reserven sind allerdings ein Politikum, wie Rainer Sommer auf Telepolis feststellt. Verantwortliche Politiker und Manager wollen es auch nicht so genau wissen oder aufgrund der negativen Rückwirkung auf die Wirtschaft ihr Wissen lieber für sich behalten, meint der Autor.

Macht durch Pipelines

Die strategische Bedeutung der Türkei als Transitland für Rohstoffe
von Caspar Bildner am 21. Januar 2010
Pumpstation an der türkisch-georgischen GrenzeFoto von Robert Thomson

Die Türkei erlebt aufgrund der ablehnenden Haltung vieler europäischer Regierungen gegenüber eines EU-Beitritts eine strategische Neuorientierung, meint Jens Berger auf Telepolis. Kern dieser Politik sei die Rolle der Türkei als Transitland für die Rohstoffe Erdgas und Erdöl, die durch seine strategische geographische Lage zwischen Ost und West begründet sei und den Bau von Pipelines aus dem kaspischen Raum ebenso wie aus dem nahen Osten ermöglicht. Dabei strebt der Ministerpräsident Erdogan einen Ausgleich mit Russland an. Die Europäer verpassen die historische Chance, sich von der Abhängigkeit von russichen Rohstoffen zu lösen.

Dieselben Ursachen, verschiedene Wirkungen

Zu den Folgen der Rohstoffknappheit
von Axel Weipert am 20. Januar 2010

Kaum ist die weltweite Wirtschaftskrise in Ansätzen überwunden, drohen schon neue Komplikationen. Denn die Rohstoffpreise auf den Märkten steigen rasant. Im Westen ebenso wie in den boomenden Schwellenländern könnte das neue Wachstums- und Kaufkrafteinbrüche zur Folge haben. In den armen Regionen allerdings hat durch die Verteuerung der Grundnahrungsmittel die Zahl der Hungernden stark zugenommen: von 2007 bis 2009 um 170 Millionen Menschen.

Schöne Bescherung

Das Erdgas Zentralasiens ist heiß umkämpft
von Axel Weipert am 30. Dezember 2009
Brennendes Methangas in der turkmenischen WüsteFoto von Antonxiii, Flickr

Dank einer in Rekordzeit gebauten Pipeline sichert sich China einen erheblichen Anteil am turkmenischen Gas. Die Europäer mit ihrem Nabucco-Projekt geraten ebenso ins Hintertreffen wie die USA mit ihren Plänen für eine Pipeline quer durch Afghanistan. Gleichzeitig verliert Russland sein einstiges Monopol auf den Transport des Energieträgers.

Atom oder Sonne?

Die Regierungspläne für die Energieversorgung
von Axel Weipert am 4. Dezember 2009
Foto von Caveman 92223, FlickrSan Gorgonio Windkraftpark in Kalifornien

Die Laufzeitverlängerung der AKW gilt als sicher, auch wenn sich die Regierungsparteien noch etwas zurückhalten mit klaren Ansagen. Allerdings blockiert die Erhaltung der zur »Brückentechnologie« erklärten Atomkraft innovative Lösungen und zementiert die Marktmacht der vier großen Anbieter, schreibt Axel Schröder. Auf einer Konferenz in Stuttgart wurden dagegen neue Konzepte diskutiert: Etwa eine Dezentralisierung und Modernisierung der Netze sowie die Förderung neuer Technologien und damit einhergehend die Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze.

Global Player in Pantoffeln

Über das alltägliche Leben mit dem Gaspromkonzern
von Joséphine Glenz am 13. November 2009

Die Zeit wirft einen Blick unter den Schirm des mächtigen russichen Gaspromkonzerns. In der sibirischen Großstadt im Polarkreis Nowy Urengoi ist der Konzern allmächtiger Pate, dessen Sozialleistungen umfangreich sind.